Deutsche Pfandbriefe führen die Emission von Covered Bonds im ersten Halbjahr 2026 an
Joost Beaumont
ABN AMRO
07.2026
Der Primärmarkt für Euro-Benchmark Covered Bonds war im ersten Halbjahr 2026 mit einem Neuemissionsvolumen von 122 Mrd. EUR sehr lebhaft. Dieses Volumen war das zweitgrößte des letzten Jahrzehnts und das drittgrößte seit 2004, was bestätigt, dass das erste Halbjahr 2026 im historischen Vergleich besonders stark war.
Deutsche Pfandbriefe standen im ersten Halbjahr 2026 weiterhin an der Spitze der Emissionen von Euro-Benchmark Covered Bonds. Deutsche Emittenten platzierten 22,4 Mrd. EUR in 28 Transaktionen, womit Deutschland mit einem Anteil von 18,4 % am gesamten Emissionsvolumen des ersten Halbjahres das größte Emissionsland war. Damit überholte Deutschland Frankreich zum ersten Mal seit 2019 als größten Emittenten.
Das große Emissionsvolumen wurde vom Markt problemlos aufgenommen, was auf günstige Emissionsbedingungen hindeutet. Die Neuemissionsprämien waren im Durchschnitt negativ, während die Überzeichnungsquoten solide blieben. Für deutsche Emittenten verbesserte sich das Umfeld sogar, was sich in sinkenden durchschnittlichen Neuemissionsprämien und einer stabilen Nachfrage mit einer durchschnittlichen Bid-to-Cover-Ratio von 2,8x zeigte. Gleichzeitig verlängerten die Emittenten die Laufzeiten: Die durchschnittliche Laufzeit neu emittierter Pfandbriefe stieg im ersten Halbjahr 2026 auf 6,9 Jahre, gegenüber 6,3 Jahren sowohl im Jahr 2024 als auch im Jahr 2025.

Diese günstigen Bedingungen scheinen die Banken veranlasst zu haben, die Emission gedeckter Ware auf das erste Halbjahr vorzuziehen, was offenbar insbesondere damit zusammenhängt, dass die Emissionsbedingungen trotz geopolitischer Unsicherheiten und der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten überraschend günstig blieben. In der Vergangenheit wurden rund 66 % des jährlichen Emissionsvolumens in der ersten Jahreshälfte getätigt, doch im Jahr 2026 dürfte dieser Anteil auf rund 70 % steigen.

Deutsche Emittenten waren im ersten Halbjahr die aktivsten Teilnehmer am Markt für Euro-Benchmark Covered Bonds. Das Emissionsvolumen lag nur geringfügig unter dem der im ersten Halbjahr 2025 verzeichneten 23,3 Mrd. Euro, entsprach aber dennoch in etwa den seit 2022 zu beobachtenden starken Vorgaben (d. h. einem Angebot von mehr als 20 Mrd. Euro). Die Aktivität war breit gestreut: 15 deutsche Emittenten nutzten den Markt. Die Commerzbank leistete mit 4,25 Mrd. Euro den größten Beitrag, gefolgt von DZ HYP und HVB. Gleichzeitig platzierten sieben Emittenten Pfandbriefe in Sub-Benchmark-Größe von 250 Mio. Euro.
Die Emissionen konzentrierten sich stark auf den Jahresbeginn. Allein im Januar legten deutsche Emittenten 11,25 Mrd. EUR auf, was etwa der Hälfte des gesamten deutschen Emissionsvolumens im ersten Halbjahr und fast 40 % des gesamten Marktangebots in diesem Monat entsprach. Nach einem ruhigeren Februar und ohne deutsche Benchmark-Emissionen im März zog die Aktivität im zweiten Quartal wieder an: Deutsche Emittenten platzierten zwischen April und Juni 8,9 Mrd. Euro (im Durchschnitt 16 % des Gesamtmarktes). Zu Beginn des zweiten Halbjahres verzeichnete der Markt bereits seine erste Transaktion, den 12-jährigen Pfandbrief der Deutschen Kreditbank.

Das Nettoangebot war im ersten Halbjahr deutlich positiv (was die These des pre-funding unterstreicht), da Euro-Benchmark Covered Bonds im Wert von 88 Mrd. EUR fällig wurden. Dies führte zu einem positiven Nettoangebot von 34 Mrd. EUR. Deutschland trug maßgeblich zu diesem Ergebnis bei und verzeichnete ein positives Nettoangebot von 6 Mrd. EUR.

Emissionsvolumen wird sich im zweiten Halbjahr verlangsamen. Deutschland weiterhin führend
Wir erwarten für das zweite Halbjahr 2026 ein Emissionsvolumen von 45 Mrd. EUR bei Euro-Benchmark Covered Bonds , wovon rund 10 Mrd. EUR auf Deutschland entfallen sollten. Da im zweiten Halbjahr Pfandbrief-Rückzahlungen in Höhe von 13 Mrd. EUR anstehen, dürfte das Nettoangebot in Deutschland ins Minus rutschen. Für den Gesamtmarkt prognostizieren wir ein negatives Nettoangebot von rund 22 Mrd. Euro, was ein günstiges technisches Umfeld für die Spreads von gedeckten Anleihen schafft.