Market Pulse

Deutsche Pfandbrief-Emittenten dominieren Primärmarktgeschehen zum Jahresstart

Karsten Rühlmann

Karsten Rühlmann

Landesbank Baden-Württemberg

Mit einem Neuemissionsvolumen von 28,75 Mrd. EUR präsentierte sich der EUR Benchmark Covered Bond Markt ungeachtet anhaltender geopolitischer Spannungen im Januar solide.

Mit 11 Mrd. EUR hatten deutsche Pfandbriefemittenten einen entscheidenden Beitrag am Primärmarktgeschehen. Gleichzeitig war es im 10-Jahresvergleich der stärkste Januar und lag damit noch über den überdurchschnittlichen Nach-Corona-Jahren 2023 und 2024. Dabei wurde Marktteilnehmern eine breite Auswahl hinsichtlich Emittenten-Auswahl und Laufzeitenspektrum geboten. Insgesamt setzte sich das positive Investorensentiment aus dem Vorjahr fort, wenngleich im Februar eine höhere Sensibilität mit Blick auf Spread-Kompression und Relative Value-Niveaus zu beobachten ist.

Insgesamt kamen im Januar im EUR Benchmark Bereich 11 Emittenten mit 13 Platzierungen an den Markt. Dabei zeigten sich Commerzbank und HeLaBa mit einer Dual Tranche – jeweils bestehend aus einem Hypothekenpfandbrief und einem Öffentlichen Pfandbrief. Auffällig zum Jahresstart waren die vergleichsweise langen Laufzeiten. Demnach wiesen etwas mehr als ein Drittel der Emissionen eine Laufzeit von 10 Jahren und mehr auf. Hervor stachen die Bausparkasse Schwäbisch Hall (HyPfe) und die Deutsche Kreditbank (DKB) (ÖPfe) mit Laufzeiten von 12 Jahren bzw. 15 Jahren. Die DKB war schon im Verlaufe des letzten Jahres mit einem 15-jährigen Hypothekenpfandbrief sowie mit einem 20-jährigen Öffentlichen Pfandbrief im langen Laufzeitbereich vertreten. Mit 8,1 Jahren war die durchschnittliche Laufzeit der Pfandbrief-Emissionen deutlich länger als im Vorjahr (Januar 2025: durchschnittlich 5,4 Jahre). Hierbei machten sich die Emittenten die Normalisierung der Zinskurve während des Jahres 2025 zu nutze. Zudem hat der EZB-Zinssenkungszyklus u.E. sein Ende gefunden, was zu höherer Zinssicherheit bei Investoren führt. Die durchschnittliche Emissionsrendite lag bei 3% und bewegte sich in einem Renditeband zwischen 2,636% und 3,538%.

Insgesamt setzte sich das positive Investorensentiment aus dem Vorjahr fort. Eine durchschnittliche Book-to-Cover-Ratio von 3,2x sowie eine durchschnittliche Einengung von 7,4 Basispunkten zwischen initialer Preis-Guidance und finalem Emissions-Spread sprechen für eine hohe Nachfrage. Neuemissionsprämien im Vergleich zur Sekundärmarktkurve waren im Januar in den meisten Fällen nicht vorhanden.

Mit der Münchener Hyp, der Hamburger Sparkasse sowie der ING-DiBa waren in der ersten Februar-Hälfte bereits drei weitere Pfandbrief-Emittenten am Markt unterwegs. Die 7,7-jährige Grüne HyPfe Emission der Hamburger Sparkasse war gleichzeitig der erste ESG Covered Bond in diesem Jahr. Im Vergleich zu den Vorjahren ist bei nachhaltigen Covered Bond-Emissionen bislang Zurückhaltung angesagt.

Auf Gesamtmarktsicht kommt es u.E. im Februar, insbesondere mit Blick auf rückläufige Book-to-Cover-Ratios, allmählich zu einer Normalisierung der Nachfrage. Dabei zeigen Investoren eine höhere Spread-Sensibilität. So setzte sich zum Jahresbeginn die Spread-Kompression zwischen den einzelnen Jurisdiktionen fort. Insgesamt ging der iBoxx EUR Covered Index um weitere 4 Basispunkte zurück. Der Benchmark-Index für deutsche Pfandbriefe engte sich im Vergleich zum Jahresende 2025 um -2 Basispunkte ein. Gegenüber Bunds ging das Relative Value-Verhältnis von Pfandbriefen weiter auf ca. 29 Basispunkte zurück. Ungeachtet des vergleichsweisen niedrigen Niveaus wissen Pfandbriefinvestoren im anhaltend angespannten geopolitischen Umfeld u.E. den Safe Haven-Charakter und die geringere Volatilität von Covered Bonds weiterhin zu schätzen. Für das Gesamtjahr 2026 erwarten wir unverändert ein EUR Benchmark Covered Bond-Volumen aus Deutschland in Höhe von 34 Mrd. EUR.