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Dank strukturellem Schutz sind Covered Bonds eine renditestarke Alternative zu Staatsanleihen

Jürgen Müller

Jürgen Müller

BayernInvest

In Diskussionen geht es derzeit oft um die Frage: Staatsanleihen oder Covered Bonds: Was ist die bessere Alternative? Covered Bonds sind gleich aus mehreren Gründen aktuell eine renditestarke Alternative zu Staatsanleihen. Bedingt durch den Anstieg der Swapsätze im gesamten Kurvenbereich können mit Covered Bonds zurzeit am Primärmarkt, je nach Emittent- und Länderselektion und sogar ab einer Laufzeit von vier Jahren, Kupons von 3,0% „eingeloggt“ werden. Jüngstes Beispiel dafür ist die Bank of Nova Scotia, die in der ersten Junihälfte für vier Jahre Restlaufzeit mit einem Kupon von 3,084% am Markt platziert wurde.

Geringe Spreadvolatilität und stabiles Angebot-Nachfrage-Verhältnis


Zusätzlich weisen Covered Bonds auch in turbulenten Zeiten eine geringe Spreadvolatilität aus, wie erst im März erneut zu beobachten war, als bei Ausbruch des Irankrieges der Asset-Swap-Spread des iBoxx Covered Bond Indexes mit einer Schwankungsbreite von lediglich 5 Basispunkten stabil blieb. Mit anderen Anleiheklassen, wie Corporate Bonds und Staatsanleihen ist über einen längeren Zeitraum immer mit einer vergleichsweise höheren Spread-Volatilität zu rechnen.

Zusätzlich deuten Angebot und Nachfrage, aktuell der Einflussfaktor mit dem größten Gewicht, auf einen weiterhin stabilen Risikoaufschlag von Covered Bonds hin.

Positionierung und Generierung von Zusatzerträgen mit Covered Bonds

Die BayernInvest nutzt die folgenden Bausteine, um Zusatzerträge zu generieren: Relative Value, Durationssteuerung und Länderallokation.

a) Beimischung Staatsanleihen,
b) Aktive Durationssteuerung und
c) deutliches Übergewicht in Ländersegmenten wie Drittländer und Ost-Europa

In Abhängigkeit von Land- und Kurvenpositionierung lassen sich über den Covered Bond für Core-Länder aktuell 20 bis 40 Basispunkte mehr an Rendite erwirtschaften als über den zugrundeliegenden Sovereign. In der Peripherie gilt das m.E. nur bis mittlere Laufzeiten. Staatsanleihen bieten sich hier insbesondere aus zwei Gründen an:

Zum einen kann ein Mehrertrag des zugrundliegenden Sovereigns im längeren Laufzeitenbereich in Abhängigkeit des Renditeausblicks mit in die Steuerung einer längeren Duration verbunden werden. Aktuell nutzen wir die Steilheit der Swap-Kurve zusätzlich für eine etwas längere Duration versus Benchmark und sichern ggf. das volatile Zinsumfeld taktisch mit Bund- und Bobl-Future ab.

Zum anderen sind Neuemissionen von Covered Bonds aus der Peripherie mit attraktiven Spreads über Core in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen. Ein Großteil dieses Angebotsrückgangs konnte über die letzten Jahre mit dem Zuwachs aus Drittstaaten und Osteuropa aufgefangen werden. Beide Ländergruppen haben sich damit zu einem wichtigen Baustein innerhalb der Positionierung entwickelt. Fazit hier: In Abhängigkeit der Spreadprognose weicht die Gewichtung beider Segmente rückblickend in der Positionierung der BayernInvest zum Teil deutlich von der Benchmark ab.

Dass diese Positionierung in der Ein-Jahres-Performance einen Zusatzertrag erwirtschaftet hat, ist aus der Tabelle im Schaubild 4 am Beispiel der Drittländer ersichtlich. Auch im Drei- und Fünf-Jahres-Rückblick performten Kanada, Australien, Neuseeland und Südkorea immer besser als der iBoxx Covered Bond Durchschnitt, während Deutschland eine leichte Underperformance zum Index auswies. Ein ähnliches Performance-Muster weisen im Fonds Covered Bonds aus Osteuropa aus.

Selektion nach Fundamentalanalyse von gesetzlichem Rahmen, Emittent und Land

Für die Granularität des Portfolios ist eine große Auswahl an Ländern und Emittenten, die regelmäßig mit Benchmark-Emissionen an den Markt kommen, unerlässlich. Zwingende Voraussetzung für ein Investment in der BayernInvest ist die Existenz eines Covered Bond Gesetzes im jeweiligen Land. Strikter Grundsatz hier: Ohne Gesetz – kein Investment.

In einem zweiten Schritt werden die Stärken und Schwächen des Gesetzes analysiert. Schwachpunkte führen nicht unmittelbar zu einer negativen Entscheidung, sondern sind für die BayernInvest immer gute Anknüpfungspunkte, die im ONE-ON-ONE mit dem Emittenten angesprochen werden. Denn jeder Emittent hat immer die Möglichkeit, sein Covered Bond Programm in wichtigen Punkten gegenüber dem Gesetz zu verbessern. Die Legislative aus Kanada zum Beispiel braucht dabei den Vergleich mit dem deutschen Gesetz in keiner Weise zu scheuen.

Einen Großteil der Zeit nimmt bei der BayernInvest die Analyse und das Monitoring des Emittenten in Anspruch.

Ganz vereinfacht formuliert: Ist die Bank gesund, sind Kupon- und Rückzahlung gesichert.

Covered Bond sind bekanntlich besonders geschützt. Im Insolvenzfall der Bank hat der Covered Bond Gläubiger ein exklusives Zugriffsrecht auf die Deckungsmasse, so dass auch Analyse und Monitoring des Deckungspools ein wichtiger Bestandteil der Fundamentalanalyse ist. Dieses Doppelte Rückgriffsrecht ist das entscheidende Merkmal, das Covered Bonds von anderen Immobilieninvestments, wie Immobilienfonds und Asset-Backed-Securities, abgrenzt.

Zusammenfassung

Covered Bonds weisen auch in turbulenten Marktphasen eine geringe Spreadvolatiltät aus und bieten gleichzeitig strukturellen Schutz, den andere Assetklassen so nicht leisten können. Im Fondsmanagement von Covered Bonds erwirtschaftet die BayernInvest Zusatzerträge mit der aktiven Beimischung von Staatsanleihen, deutlicher Positionierung in der Länderallokation und einer aktiven Durationssteuerung.